Montag, 24. März 2025

Jetlagging in Camiguin

 

Nach einer Woche hat sich unser Schlafrythmus mehr oder weniger eingependelt. Das Wetter wurde immer regnerischer und windiger und das Tauch-Auslegerboot konnte in den Wellen nicht mehr fahren. So packten wir alles in den Minivan und machten den Tauchgang vom Land aus. Am letzten Tag peitschte der Regen über das Meer und für den Einstieg über die runden Steine musste einer nach dem anderen – assistiert von Dondon’s Brüdern - vorsichtig mit der Tauchflasche schon auf dem Rücken ins brusthohe Wasser gehen. Hatte man dann die Flossen über die Füsse gestreift, musste man nur noch etwas raus schwimmen und konnte bei etwa 3-4 Metern Tiefa abtauchen. Aber was für ein Schreck, wir fanden uns in einer braunen Brühe wieder, so dicht, dass man gerade noch die Flossen des Partners vor einem sehen konnte! Selbst unser einziger Tauchgang im Zürichsee war mit besserer Sicht! Aber auf 10-15 m war's besser und überraschenderweise fanden wir viele spannende kleine Tierchen. An einem Abend trafen wir uns mit dem 18-jährigen Frenchel und seiner Mutter Marychel. Ich werde immer etwas emotional, wenn ich sehe, dass es ihm gut geht. Vor 8 Jahren musste der Junge noch von seinen Freunden herum getragen werden, weil sein Herzfehler ihn so schwächte. Frenchel hatte einen sogenannten DORV Herzfehler, bei dem die großen Arterien ihren Ursprung nicht getrennt voneinander aus den ihnen jeweils zugehörigen Herzkammern haben, sondern beide – vollständig oder überwiegend – vom rechten Ventrikel abgehen. Batulong konnte die aufwändige Herz-Operation in Manila initiieren und finanzielle Hilfe leisten, zusammen mit anderen Institutionen. Jetzt ist der Junge gesund und fit, muss aber die Sekundarschule im Alternative Learning system nachholen, weil er wegen seiner Krankheit lange nicht zur Schule gehen konnte.

Jetzt sind wir in Cagayan de Oro und unser nächster Bericht wird dann vom täglichen Batulong-Leben handeln. Bis dann und viel Spass mit einigen Fotos von Camiguin.

nicht gerade ruhiges Meer im Moment


Wir kennen einige Fischer in Camiguin (viele waren mal z.B auf dem Tauchboot tätig) und nun liebe ich es, jeweils etwas mit ihnen zu schwatzen. Hier Joel, der mir zeigt, wie man Fischernetze flickt.


Hier wohnen wir - Silent garden bei René und Irene im Gaten.

 

Diesmal beobachteten wir beim Tauchen ein spezielles Phänomen. Sonst selten gesehene Nacktschnecken versammeln sich zu grossen Gruppen oder Schwärmen, um später viele Eier zu legen. 

Hunderte kleiner Seehasen (Nacktschnecken) mit dem Namen Steylochelius striatus

 

Haminoeid
eine Maus - Nacktschnecke, Haminoeid, normalerweise sehr selten.. aber nun...

abertausende bis Millionen dieser kleinen, 2-3 mm messenden Schnecken, die zusammenkommen, um sich fortzupflanzen


Eine Stiliger Schnecke, die noch keinen zweiten lateinischen Namen hat, Grösse ca 2 mm


Auch diese Siphopteron makisig Schnecke ist nur wenige Millimeter gross

gross für unsere Verhältnisse: 2 cm

ein Oktopus versteckt sich in einem Glas


eine meiner Lieblingsschnecken: Micromelo guamensis

haariger Anglerfisch

diese Schnecke sieht man von Weitem leuchten

klein aber oho

Leopardenschnecke

eine etwas grössere Sepia

Geisterpfeifenfisch

Diese Schnecken fressen die Eier anderer Schnecken und legen gerade noch ihre eigenen Eier auf das Gelege, sodass die geschlüpften Kleinen gleich fressen können


kleine Doto-Schnecke

nur 1-2 mm, aber farbig leuchtend

die grösste Cyerce elegans, vielleicht 4 cm lang, die ich je gesehen habe


 Und zum Schluss noch diese unscheinbare Blase am Strand - eine spanische Galere - Qualle. Sehr schmerzhaft und stark nesselnd, wenn man sie im Wasser oder auch ausserhalb berührt. Ich bin nach diesem Anblick dann nicht mehr schwimmen gegangen ...


2 Kommentare:

  1. Ist der Fund der Galeerenqualle aussergewöhnlich oder findet ihr die Teiler ab und zu un der Gegend?

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    1. Sorry Pietsch, erst jetzt habe ich den Kommentar von dir gelesen :-/. Also, der Fund war - Gott sei Dank - aussergewöhnlich. Das heisst, nach dem starken Wind mit Wellen usw. wurden diverse Galerenquallen an den Strand gespült, aber das war nur in der Zeit mit diesem welligen und windigen Wetter. Beim Tauchen habe ich keine gesehen und ins Wasser nur zum Schwimmen hab ich mich nicht mehr getraut...

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