| Batulong Foundation Stiftungsrat und Gäste: | vlnr vorne: Jelyn, Keno, Aiza, Gilbert | hinten: Mäge, Franca, Jeigs |
Zweite Woche:
Unsere Sozialarbeiterin und Allrounderin Aiza wohnt ganz in der Nähe des Batulong-Centers in einem Zimmer, das wir Verschlag nennen würden. Ihr Mann übernachtet aus arbeitstechnischen Gründen oft bei seinen Eltern und so ist Aiza tagelang allein. Laut Keno sei auch die Umgebung um ihr Zimmer nicht so sicher. Schon seit einiger Zeit versuchen wir deshalb etwas Grösseres für sie zu finden, vor allem auch, weil wir sie wirklich als Mitarbeiterin behalten möchten! Da es leider für Aiza keine bezahlbare Wohnung zu mieten gibt, haben wir uns am Montag ein klitzekleines Haus (Teil eines langen Reihenhauses) im Umsiedlungsort angesehen. Dies kann zwar an neue Besitzer weitergegeben / weiterverkauft werden, aber nur privat, nicht an unsere Stiftung. Das Häuschen gefällt Aiza sehr und nach etwas Handeln können wir einen guten Deal für etwa 4300 Franken abschliesse! Batulong hat den Betrag bezahlt und Aiza wird statt einer Miete nun monatlich 2000 Pesos (31 Fr) als Abzahlung des Darlehens vom Lohn abgezogen. Wir freuen uns sehr, dass sie bald aus ihrem engen Raum in den geräumigeren Ort umziehen kann.
Aiza's Wohnort, im Moment noch ein Coiffeur
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| der Anbau ist der Coiffeur-Salon :-). Es ist sehr angenehm und luftig hier zu sitzen |
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| Das Wohnzimmer |
Am nächsten Tag findet unser Stiftungsratstreffen statt: 5 Stiftungsräte (einer hat den Termin vergessen :-( ) und zwei Gäste. Der eine Gast ist Gilbert, der Ehemann unserer verstorbenen Mitarbeiterin, der Teile ihrer Arbeit übernommen hat, und Jeigs, der Besitzer des Restaurants, in dem das Treffen stattfindet, und der schon früher Interesse an unserem Hilfswerk gezeigt hat. Gerade wegen diesen zwei Gästen wird das Treffen interessant und wir hören z.B von einem College, das 2-Jahreskurse anbietet. Das wäre eine super Option für einige unserer Batulong-Studenten und wir werden die Studiengebühren und andere Konditionen nächste Woche abklären.
Eher schwierig war die Zusammenarbeit mit dem Revisor, der die offiziellen Zahlen der steuerbefreiten philippinischen Foundation zusammenstellen sollte. Zuerst war er im Verzug mit den Papieren, dann machten viele Zahlen keinen Sinn und waren teilweise offensichtlich falsch. Da die Endsummen aber stimmten, präsentierten wir den Abschluss dennoch so am Stiftungsrats-Treffen. Einen Tag später erfuhren wir, dass der Revisor die internen Unterlagen, die ihm von Keno fälschlicherweise zusätzlich zu dem offiziellen Excel für seine Firma geliefert wurden, verwendet hatte :-O. Er hatte so sich selbst und uns viel zusätzliche Arbeit geschaffen!
Unsere philippinische Buchhaltung. Das grosse Hauptbuch mit den Ausgaben, eines mit den Einnahmen, eines mit den Korrekturen und eines für eine Zusammenfassung nach Konten. Leider dürfen nur grössere Firmen eine digitale Buchhaltung benützen.The wall
Vor einigen Jahren wurde eine Mauer mitten in unserer Strasse gebaut, um unsere "Hauseigentümer-Siedlung" vom slum-ähnlichen Umsiedlungsort zu trennen. Nach und nach zerbröckelten die Steine und wurden durch Stacheldraht ersetzt, der wiederum nach und nach Löcher bekam. Langsam löste sich die Mauer zu unserer Freude auf. Gras und anderes Grün wuchs... aber nun steht die Mauer wieder und natürlich verwendet man dafür unsere Monatsbeiträge in der Siedlung :-(.
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| vorher spielten Kinder auf der Strasse, links und rechts grün |
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| jetzt :-( |
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| erst eine Idee... |
aber wir haben eine Idee und wenn uns die Immobilien-Organisation lässt, könnten unsere Batulong kids die Mauer verschönern.
Das Schuljahr ist praktisch zu Ende, die letzten Prüfungen finden statt und wir haben die Essensausgabe beendet, weil nur noch ganz unregelmässig Kinder kommen würden. Wenn aber zufälligerweise eines bei uns im Büro ist, um etwas zu bringen oder zu holen, haben wir immer genug übrig für zusätzliche Esser. Die Eltern, die aber noch in Koch-Gruppen eingeteilt waren, machen nun "Pahina" - sowas wie Putztag oder Dinge erledigen, für die bisher keine Zeit war.
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| den leider oft stinkenden Kanal for unserem Batulong-Gebäude reinigen: Pahina |
Wie immer kommen Eltern mit ihren Kindern, um sich bei Batulong um Unterstützung zu bewerben. Normalerweise haben wir (Mäge und ich) kaum direkten Kontakt mit dem Lernstoff der Schule, aber wir wissen natürlich, dass das philippinische Schulsystem weniger Wert auf akademische Werte legt und es nicht wenige 3. und 4.-klässler gibt, die nur rudimentär lesen oder schreiben können. Der Junge mit dem roten T-shirt soll aber laut Mutter und Notenblatt, das sie mitbringt, sehr talentiert in Mathe sein (honor student). So fragt Keno den 4.-Klässler, was 3 mal 7 sei. Er kann die Aufgabe nur mit unserer Hilfe lösen. Sicher, man könnte sagen, dass es keine Rolle spielt, ob ein Kind das kleine Einmaleins in der 3., 4. oder 5. Klasse lernt, aber wir sind schon etwas überrascht, dass sich die Unterschiede zu unserem Schulstoff in der Schweiz so überdeutlich zeigen.
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